Wie kosmische Bewegungen unser Bewusstsein berühren
Wovon sprechen sie da eigentlich, die Astrologen und all die anderen, die vom „Transit“ reden?
Und was, bitte schön, hat das mit mir zu tun?
Das Wort „Transit“ kennen viele vom Reisen. Wenn du von A nach B möchtest, aber nur über einen Zwischenstopp C dorthin gelangst, dann bist du am Ort C im Transit – auf der Durchreise. Du sagst kurz „Hallo“, verweilst ein wenig, aber du bleibst nicht. Du ziehst weiter.
In etwa so kann man sich das auch mit den kosmischen „Reisenden“ vorstellen – den Planeten.
Auch wir mit der Erde sind Teil dieser Bewegung.
Nichts im Universum steht still.

Was sind Transite in Astrologie und Human Design?
Jeder Planet hat zu jedem Zeitpunkt eine bestimmte Position am Himmel – so auch im Moment unserer Geburt. Dazu kommt: sie bewegen sich mit unterschiedlichen Geschwindigkeiten.
Die einen rasch, die anderen fast unmerklich langsam.
Schnellläufer sind etwa Mond und Merkur.
Langsamläufer sind z.B. Uranus, Neptun oder Pluto.
Alles im Kosmos trägt eine eigene Energiesignatur.
Wollen wir uns sehr vereinfacht, und um es anschaulicher zu machen, die Luft als Transportmittel all dieser Signaturen vorstellen (Anm.: tatsächlich ist auch in einem Vakuum Energieübertragung möglich) – sie ist ständig in Bewegung, durchströmt alles, auch uns. So nimmt sie auch unsere Energie (die sich mit unseren Gedanken, Gefühlen usw. vermischt) auf. In diesem unsichtbaren Austausch werden ständig energetische „Passagiere“ aufgenommen.
Besucher auf Zeit
Bleiben wir bei den Planeten – nennen wir sie einfach mal „Besucher“.

Wenn nun ein Schnellläufer wie der Mond vorbeikommt, bleibt er nicht lange. Vielleicht nur zum Tee oder zum Abendessen.
Doch auch ein kurzer Besuch kann uns berühren. Dieser trägt vielleicht dazu bei, dass wir Gefühlen in uns begegnen, die sonst im Hintergrund schlummerten.
Und ein paar Tage später kann alles schon wieder anders aussehen.
Dann gibt es die anderen – die Langsamläufer. Wie Uranus, Neptun, Saturn oder Pluto.
Sie klopfen an und sagen vielleicht nur "Hallo". Nach einiger Zeit haben sie bald einen Fuß in der Tür und sitzen irgendwann mit uns am Tisch – und ehe wir uns versehen, sind sie eingezogen.
Ein Pluto-Transit etwa – einer der langsamsten Reisenden – wirkt stark im Kollektiv. Seine Energie ist subtil, kaum wahrnehmbar, und doch wirkt sie tief. Sie führt uns durch das Schattenreich des Unbewussten, hinein in eine Phase der Umwandlung und inneren Erneuerung.
Doch auch wenn diese Kräfte kollektiv sind, spüren wir sie individuell. Denn wir alle sind Teil der Menschheitsfamilie, untrennbar miteinander verbunden.

Ankündigung eines Transites
Ich möchte dir gern ein weiteres anschauliches Bild nicht vorenthalten *):
Du fährst mit deinem Auto im belebten Straßenverkehr. Du hörst auf einmal - noch von fern - vor oder hinter dir (du weißt nicht von woher genau) das Anschwellen der Sirene eines Einsatzfahrzeuges.

Sie wird langsam lauter. Weder weißt du, von woher, noch weißt du, ob es ein Polizei-, Feuerwehr- oder Krankenfahrzeug ist.
Jetzt ist der Wagen im „Transit“ (11 Grad Waage). Du fährst langsamer, ein wenig rechts heran. Nach einiger Zeit erhöhter Aufmerksamkeit siehst du dann das Auto. Es fährt auf dich zu, die Sirene wird schriller, du fährst ganz rechts heran - manchmal auch nach linkgs, je nachdem. Du stoppst. Jetzt fährt der Wagen an dir vorbei (13 Grad Waage).
Nachdem du jetzt weißt, dass diese ganze Aufregung nicht dir gegolten hat, fährst du ganz langsam weiter, langsam, denn es könnten ja noch weitere Alarmfahrzeuge kommen.
Aber allmählich klingt die Sirene in der Ferne aus (15 Grad Waage), und du kannst dich (mit den anderen Fahrzeugen ringsumher) wieder in den normalen Straßenverkehr einordnen.
Was hier im Straßenverkehrs-Transit eine Sache von ca. 50 Sekunden war, ist beim Mond schon eine Angelegenheit von ca. 7 Stunden, denn er braucht etwa 7 Stunden, um über deine Sonne oder einen anderen Planeten deiner Radix zu wandern. Pluto jedoch braucht für die gleichen 4 Grad mitunter 2 Jahre oder länger! **)
Wie wir Transite erleben
Wie lange ein Transit spürbar sein kann ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Ich möchte hier nicht zu sehr ins Detail gehen.
Vor allem bei den Langsamläufern werden wir je nach Signatur des Planeten vom Leben herausgefordert. Unser Ego und unser Bewusstsein stehen gleichsam wie auf einem Prüfstand: sie können geläutert, gewandelt, transformiert werden. Im besten Fall erfahren wir einen Bewusstseinssprung.
Und dieser Prozess geschieht selten über Nacht. Es ist ein Weg des Reifens.
Wie ein Transit empfunden wird, kann bei jedem Menschen anders sein.
Es hängt von unserer eigenen Energiesignatur ab (vgl. Geburtshoroskop), ob die aktuellen Planetenpositionen Planeten in unserem Grundhoroskop aspektieren bzw. Tore (Gates) in unserer Körpergrafik aktivieren oder zu seinem Kanal schließen sowie von den Prägungen, die wir übernommen haben, und davon, wie bewusst wir mit uns selbst und dem Leben umgehen.

Ein kleines Beispiel:
Saturn-Transit im Zeichen Fische, Tor 36 (im Human Design)
* Man spürt plötzlich eine Energie, die ungewohnt ist – eine innere Gereiztheit, ausgelöst durch eine Begrenzung (Saturn).
* Vielleicht trägt man die Signatur bereits selbst in sich (Tor 36 aktiviert). Dann kann der Transit an eine frühere Erfahrung erinnern, die nun gemeistert werden darf. Eine Art Einweihung geschieht – man wächst in Verantwortung und Reife.
* Oder man beobachtet eine Gereiztheit im Außen: in anderen Menschen, im sozialen Umfeld
Umgang mit einer Transitvorschau

Eine Transitvorschau besteht aus Informationen zur Zeitqualität.
Sie trägt bei, das Einwirken von Energien/Qualitäten besser zu verstehen und uns einen bewussteren Umgang damit zu ermöglichen.
Sie lädt uns ein, achtsam zu beobachten, statt zu bewerten – und nicht in Angst zu verfallen, wenn sich neue Energien zeigen.
Einladung zur Bewusstwerdung
Jede Transitenergie ruft uns auf, mehr von uns selbst wahrzunehmen und zu reflektieren:
unsere Emotionen, unsere Schatten, unsere Potenziale.
Sie möchte unser Bewusstsein weiten und unser Leben bereichern.
Vor allem die langsam laufenden Planeten halten über längere Zeit ein bestimmtes Feld aufrecht.
Durch sie wird die Menschheit – kollektiv – geschüttelt, geprüft, gewandelt, erneuert. Im Dienst der Entwicklung und der Evolution.
Es liegt an uns, ob wir diese „Welle“ nutzen und uns bewusst in die Bewegung hineinbegeben – oder ob wir einen Widerstand aufbauen, Verantwortung abgeben und das Leben aus der Opferrolle betrachten.
Denn eines geschieht in jedem Fall:
Diese kosmische Bewegung mit ihrer Berührbarkeit ereignet sich,
ob wir wollen oder nicht.
Wie wir damit umgehen, das liegt in unserer Hand.

Anmerkungen
*) Aus dem Buch: Peter Orban, "Zeit im Horoskop"
**) Vergleich Transitdauer - Astrologie vs. Human Design:
Astrologie
Mond: durchwandert ca. alle 2,5 Tage ein neues Tierkreiszeichen. Somit hat er in 1 Monat jedes der 12 Tierkreiszeichen besucht.
Pluto: braucht für einen Zyklus, um allen Tierkreiszeichen einen Besuch abzustatten, ca. 248 Jahre. Somit wandert er sehr langsam durch ein Zeichen - ca. 20,5 Jahre (im aktuellen Zyklus im Zeichen Wassermann ca. 19-20 Jahre).
Human Design
Mond: durchwandert an 1 Tag etwa 2-3 Tore oder ca. 5 Tore während dem Durchlauf eines Tierkreiszeichens. Er besucht somit in einem Zyklus alle 64 Tore.
Pluto: bleibt ca. 2 Jahre in einem Tor
(aktuell - Tor 41 ab 5.12.2025 bis 23.2.2028),
im Zeichen Wassermann ca. 5-6 Tore.
Es sind Zirka-Angaben, da die Umlaufbahn nicht gleichförmig ist und es somit pro Zeichen zu unterschiedlichen Aufenthalten kommen kann.
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