Transitvorschau Dezember 2025

Ein Monat der tiefen Weichenstellung

Pluto und die Schwelle des Neubeginns

Für den letzten Monat des Jahres wollen wir den Blick auf eine der machtvollsten Kräfte am Himmel richten: Pluto, die Kraft der radikalen Wandlung, des Sterbens und Neuwerdens. Er berührt jene Themen, die uns in den Tiefen unseres Wesens herausfordern: Macht und Ohnmacht, Kompromisslosigkeit, Besessenheit, Überlebenswille und die Frage, wer am Ende wirklich die Führung in unserem Leben übernimmt – unser Ego oder das größere göttliche Prinzip in uns.

Pluto repräsentiert auch den höheren Willen, die Urkraft des Lebens, das größte Licht. Seine Transformationsenergie wirkt wie ein Feuer, das Altes verbrennt, damit Neues entstehen kann.

Als eine überpersönliche Kraft – gemeinsam mit Uranus und Neptun – wirkt Pluto nicht im Kleingedruckten, sondern im Großformat. Sein Potenzial können wir erst dann klar nutzen, wenn wir innerlich gefestigt sind, unser Leben selbst tragen, emotional stabil und mental präsent sind. Ohne diese Basis kann die Energie chaotisch werden: Verwirrung, Kontrollverlust oder der Missbrauch von Macht können folgen.

Diese plutonische Transformationsenergie trägt die Kraft des Anfangs in sich, indem sie etwas Altes sterben lässt, um etwas Neues zu gebären.

Die Raupe wird zum Schmetterling – nichts ist wie zuvor.

Tor 41 - Die heilige Minderung und der unausweichliche Neubeginn

Am 5. Dezember bewegt sich Pluto in die Sphäre von Tor/Hexagramm 41, einem Tor im Wurzelzentrum, das mit dem druckvollen Impuls des „Beginns“ verbunden ist. Und hier bleibt er – bis zum 23. Februar 2028!

Nach nun über drei Jahren im Tor 60 (ebenfalls im Wurzelzentrum), dem Tor der Begrenzung, in dem Wachstum auf allen Ebenen eingeschränkt war, führt uns Tor 41 nun in die „Minderung“. Ein Wort, das zunächst nach Verlust klingt – doch in Wahrheit eine heilige Reduktion beschreibt.

Tor 41 ist einzigartig. Es entspricht in der Genetik dem Start-Codon – die Stelle, an dem der Körper erkennt: Hier beginnt der Aufbau.

Jede einzelne Zelle kennt dieses Signal, und alle Start-Codons sind elektromagnetisch miteinander verbunden. Es ist das Tor, das das Leben selbst initiiert.

Nun betritt die plutonische Kraft des Neubeginns dieses Tor des Anfangs.

Das bedeutet: Der Neubeginn ist unausweichlich.

Dies passiert nicht über Nacht, sondern es ist ein Prozess, der sich über einen längeren Zeitraum erstreckt – nicht kosmetisch, nicht korrigierend, sondern grundlegend.

Wie ein Computer, der komplett heruntergefahren werden muss, um ein neues System zu installieren.

Die Qualität des "Weniger" - Was bedeutet das für uns und für die Welt?

Es erfordert von uns eine Anpassung an „mindernde“ Umstände.

Eine Anpassung an die Qualität des „Weniger“ – weniger Ressourcen, weniger Geld, Zeit, Gesundheit, Liebe, Energie usw.

Es ist ein kollektives Tor, was bedeutet, dass es nicht vorrangig um uns persönlich geht, sondern um ganze Systeme. Da wir jedoch im Kollektiv eingebunden sind, werden wir im persönlichen Leben auf die eine oder andere Art ebenfalls betroffen sein.

Wenn wir uns diesem „Weniger“ nicht freiwillig öffnen, kann der Druck sehr unangenehm werden.

Die Frage lautet:

Woran halten wir fest, das längst keine Lebenskraft mehr hat –

und was ist wirklich notwendig zum Leben?

Tor 41 kann auch einen Aufbruch auslösen, um etwas Neues umzusetzen. Vorher wird ein alter Traum, dessen Umsetzung bislang nicht klappte, aufgelöst, und ein neuer nimmt dessen Platz ein.

Ein Zyklus endet, damit ein neuer sich formen kann.

„Die schwierigste Zeit in unserem Leben ist die beste Gelegenheit,

innere Stärke zu entwickeln."

˜ Dalai Lama

Die Mondknoten 37/40 - Zwischen Zugehörigkeit und Alleinsein

Am 23. Dezember wechseln die Mondknoten in die Tore 37 (Nördl. Mondknoten / Fische / Solarplexus) und 40 (Südl. Mondknoten / Jungfrau / Ego-Zentrum) – und verweilen dort bis 13. Mai 2026. Beide Tore bilden zusammen nicht nur die Mondknotenachse, sondern auch den Kanal 37-40, den „Familienkanal“ oder Kanal der Gemeinschaft.

Wenn wir die Bedeutung der Mondknoten*) rekapitulieren, so steht der Nördliche Mondknoten in Tor 37 für die „Zukunft“ und der Südliche Mondknoten in Tor 40 für die „Vergangenheit“.

Ich würde unsere Position in der Mondknotenachse so beschreiben, dass wir uns selbst in der Mitte dieser Achse befinden – wie das Zünglein an der Waage.

Unsere Aufgabe ist es, das Potenzial der Vergangenheit mit der Kraft der Zukunft zu verbinden.

Klingt einfach. Doch im realen Leben stellt uns die Mondknotenachse immer vor eine Herausforderung. Wir tendieren dazu, in der „Vergangenheit“ zu verharren, da wir uns auf diesem Gebiet auskennen, und versuchen das „Zukunfts-Gebiet“ zu vermeiden, weil es uns unbekannt ist und daher Unsicherheit auslöst.

Der Handelsvertrag der Gemeinschaft

Tor 37 steht für Gemeinschaft, Zugehörigkeit, Berührung, Verbundenheit.

Tor 40 für Alleinsein, Unabhängigkeit, Rückzug, das Bedürfnis nach Pause und Befreiung.

Was auf den ersten Blick wie ein Gegensatz wirkt, erhält bei genauerem Hinsehen einen tiefen Sinn.

Mit einem Augenzwinkern könnte man beide Tore gemeinsam auch als „Handelsvertrag“ bezeichnen.

Tor 37 (Emotionalzentrum) äußert eine Bedürftigkeit nach Versorgtwerden und bietet dafür Freundschaft, Zugehörigkeit, Zuneigung, Berührung.

Dies lässt es nach einem Versorger – Tor 40 – suchen.

Tor 40 (Ego-Zentrum) ist zwar ein Tor der Willenskraft, jedoch nicht auf Dauerschleife. Das „Ziel“ von Tor 40 ist Entspannung, Pause bzw. „Befreiung“ nach Vertragserfüllung.

Es stellt seine Arbeitskraft zur Verfügung und „liefert“, um anschließend die „verdiente“ Pause zu erhalten.

Dieser „Handelsvertrag“ – die Lieferung von Ressourcen – wirkt sowohl im Kleinen (Familie) als auch im Großen (Gesellschaft, Systeme).

Der Antrieb für Tor 40 sind die Bedürfnisse der anderen. Doch damit es „liefert“, braucht es Anerkennung, Wertschätzung, Belohnung.

Der Kanal 37-40 trägt eine Art Bindungsenergie – eine Verpflichtung, die eingegangen wird und idealerweise auf Loyalität basiert.

Die Auswahl, mit wem diese Bindung eingegangen wird, sollte nicht überstürzt werden. Es bedarf einer sorgfältigen Begutachtung und sollte so finalisiert werden, dass beide Seiten profitieren.

Eine wahre Gemeinschaft entsteht nur auf Augenhöhe – wo niemand höhergestellt ist, weil jeder seinen Platz kennt und den Beitrag freiwillig leistet. Wo alle profitieren und das Geben und Nehmen in Balance sind.

Getragen von Loyalität und Respekt.

„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Dinge tun,

werden das Angesicht der Erde verändern."

˜ Afrikan. Sprichwort

Dieser Transit könnte Fragen aufwerfen wie:

⦿ Wo herrscht Ungleichgewicht?

⦿ Wo wird eine Gemeinschaft zugunsten eines Mächtigen ausgenutzt?

⦿ Zu wem gehöre ich?

⦿ Wo sind die richtigen Menschen für mich?

⦿ Wo ist meine Heimat?

⦿ Wer steht an meiner/unserer Seite?

⦿ Wen nehmen wir in die Gemeinschaft auf?

Lilith - Die unbeugsame Urkraft

Als weitere kraftvolle Energie wechselt Lilith**) - der Schwarze Mond oder auch "Die Große Göttin" genannt - am 20. Dezember 2025 in das Zeichen Schütze und aktiviert ab 22. Dezember bis 09. Februar 2026 Tor 34 im Sakralzentrum.

Genau zur Wintersonnenwende – der heiligen Schwelle zwischen Dunkelheit und neuem Licht.

Tor 34 befindet sich im Zentrum der Lebenskraft – im Sakral.

Es ist das energetisch stärkste sakrale Tor und heißt im I Ging „Des Großen Macht“.

Es ist die Kraft individueller Stärke, Macht und Gewalt.

Und Lilith ist die archetypische Urkraft der Natur und weiblichen Emotionalität – unangepasst, wild, kreativ, unbezwingbar.

Eine machtvolle Kombination.

Tor 34 - Die Kraft des inneren Helden

In unserer genetischen Matrix ist Tor 34 ein Bestandteil, der auf dem individuellen Überleben basiert.

Ein Reservoir innerer Stärke, entspringend einem komplexen neuronalen Netzwerk zwischen Kreuzbeingeflecht und Solarplexus.

Es ist das Energiezentrum im Unterleib, welches auch als Hara oder

Tan Tien bekannt ist.

In seiner Schattenfrequenz wird diese Kraft entweder unterdrückt – was zu Erschöpfung, Antriebslosigkeit, Unterwerfung und Selbstverleugnung führt – oder sie äußert sich in Gewalt, Machtmissbrauch und Einschüchterung.

Doch rohe Gewalt entsteht jedoch nicht im Bauch, sondern im Kopf – im Verstand, der seine Angst in Härte verwandelt.

„Was man mit Gewalt gewinnt, kann man nur mit Gewalt behalten."

˜ Mahatma Gandhi

Tor 34 ist ein individuelles Tor und als solches ist es nicht da, um andere zu beherrschen, sondern um das eigene Sein zu bestärken.

Die Helden des Alltags

In seiner höheren Frequenz ist Tor 34 der Archetyp des stillen Helden:

♡ Menschen, die Kraft mobilisieren, wenn andere in Not sind

♡ Menschen, die mutig handeln, wenn es notwendig ist

♡ Menschen, die nicht laut sind, aber präsent

♡ Menschen, die aus Liebe handeln, nicht aus dem Ego

♡ Mütter, die ein Auto anheben, wenn ihr Kind darunter liegt

Wahre Stärke ist dienend, nicht erobernd.

Diese Kraft ist notwendig, um zu überleben – körperlich ebenso wie individuell, in der eigenen Einzigartigkeit.

Doch in der heutigen Zeit zwingen uns Systeme und Autoritäten in die Befolgung unzähliger Regeln, Gesetze und Normen und versuchen, jede Ausreißbewegung zu zähmen. Wie sonst könnte man sich „Sklaven“ halten?

Doch wenn jeder Mensch seine innere Einzigartigkeit lebt, tut er das, wofür er geschaffen ist und was er am besten kann.

Und genau das ist der bestmögliche Beitrag zum Gemeinwohl.

Die verdrängte Urkraft der Natur

Lilith symbolisiert die verdrängte weibliche Urkraft – die Kraft der Natur, ihrer Zyklen, der Intuition, der Wildheit, Kreativität und Unerschrockenheit.

Seit Jahrtausenden wurde diese Kraft in patriarchalen Systemen unterdrückt, missbraucht, dämonisiert.

Dieses Kraftpotenzial steht allen Menschen zur Verfügung.

Im Frauenkörper ist es in den Zellen besonders tief verankert.

Die Erde – als Pendant zur Lilith – zeigt uns heute eindrücklich, wie diese Kraft missachtet wurde und wird.

Wie sie für Machtzwecke ausgebeutet, verschmutzt, mit Respekt- und Achtlosigkeit vergewaltigt und verunstaltet wird.

Natur und Tiere müssen gefühllose Gewalt erleiden.

Ein altes Thema ist auch „Gewalt gegen Frauen“, das nun vermehrt öffentlich gemacht wird.

Und selbst Frauen richten im Namen der „Schönheit“ Gewalt gegen sich selbst, indem sie ihre natürliche Schönheit einem künstlich erschaffenen Ideal anzugleichen versuchen.

Die Naturkraft der Lilith jedoch ist unangepasst und lässt sich nicht in eine Form pressen.

Eine klare Forderung: „Es reicht!"

Lilith provoziert.

Sie deckt auf, was nicht in Ordnung ist.

Sie wühlt Verdrängtes auf.

Sie bringt das Dunkle hinter der Maske hervor.

Sie fordert Gerechtigkeit.

Wann sagst du „es reicht!"?

Zeigt uns die Erde mit den Naturgewalten ebenfalls „es reicht!"?

Und nun mischt Lilith das Feld der Schütze-Energie auf. Diese steht u.a. für Weltbild, Religion, Glaube, Wahrheit, Gerechtigkeit.

Diese Kraft gilt es weise zu nutzen – nicht für Ego-Interessen, sondern für Menschlichkeit und Achtung vor dem Leben.

Denn die alten Machtstrukturen können der Zukunft nicht mehr gerecht werden.

Es geht nicht darum, nur zu provozieren und „laut“ zu sein.

Es geht um eine Versöhnung zwischen dem Göttlich-Weiblichem und Göttlich-Männlichem.

Um Gleichstellung von Intuition und Intellekt.

Eine Kraft, die nicht zerstört – sondern stärkt.

Eine Kraft in Kombination mit Achtsamkeit und Respekt für das große Ganze.

Die 3 Kräfte im Zusammenspiel

Führen wir alle drei Aspekte zusammen, könnte folgendes Bild gemalt werden:

Die durch Pluto in Tor 41 ausgelöste Minderung wirkt wie ein kollektiver Neustart, der tief in bestehende Strukturen greift. Dieser Prozess kann als immenser Druck wahrgenommen werden, da er Anpassungen an neue Bedingungen fordert – sowohl individuell als auch gesellschaftlich. Gleichzeitig berührt die Mondknotenachse die Frage nach Versorgung, Sicherheit und Zusammenhalt. Sie kann Sorgen wecken, wie wir unsere Liebsten weiterhin unterstützen können oder – im größeren Kontext – wie ein Land seine Bevölkerung versorgt, wenn wirtschaftliche Systeme ins Wanken geraten oder ein Staat de facto „Konkurs“ anmelden müsste.

Es tauchen grundlegende Fragen auf:

☞ Welchen „Oberhäuptern“ haben wir vertraut?

☞ Welche Versprechen wurden gebrochen?

☞ Wo blieb Fairness auf der Strecke?

Der dadurch entstehende Druck kann sich – wenn er unbewusst bleibt – in Misstrauen, Angst und äußerer Gewalt entladen.

Doch im positiven Sinne tragen diese Energien ein enormes Potenzial:

Sie können uns daran erinnern, uns wieder mit unserer inneren Einzigartigkeit zu verbinden und unsere Fähigkeiten in den Dienst eines Gemeinwohls zu stellen, das auf Gleichwertigkeit und Gerechtigkeit basiert – statt auf Machtstrukturen und Ausbeutung. Sie laden uns ein, Gemeinschaften zu formen, die auf wahrer Zusammenarbeit beruhen, und die Kraft der Lilith-Energie zu nutzen, um die Schieflagen im globalen Weltbild wieder in Balance zu bringen.

Der Dezember 2025 wird dadurch zu einem Schwellenmonat.

Ein Monat, in dem die Dunkelheit durchschritten wird, während die Natur bereits die Rückkehr des Lichts vorbereitet. Und ein Monat, in dem die kosmischen Kräfte von uns verlangen, dass wir uns erneuern.

Nicht oberflächlich.

Nicht halbherzig.

Sondern wahrhaftig.

„Am Ende des Weges steht nicht Dunkelheit, sondern ein neues Licht."

˜ Theresa von Avila


Anmerkungen

*) Mondknoten:

Bei den Mondknoten handelt es sich nicht um Planeten, sondern um sensitive Schnittpunkte der Sonnen- u. Mondbahn. Diese zeigen einen Weg auf, einen Weg aus der Vergangenheit (absteigender/südlicher Mondknoten) in die Zukunft (aufsteigender/nördlicher Mondknoten). Und so bringen sie uns in die Gegenwart.

Die Mondknotenachse wird für die Deutung der karmischen Aufgabe bzw. Lebensziel oder Bestimmung genutzt.

**) Lilith oder der Schwarze Mond ist kein Planet, sondern ein sensitiver Punkt, genauer gesagt einer der beiden Spiegel- oder Brennpunkte auf der Mondbahn. Der andere Brennpunkt ist die Erde. Ein Umlauf-Zyklus durch alle Tierkreiszeichen beträgt ca. 9 Jahre bzw. ca. 9 Monate durch ein Zeichen.

Der Schwarze Mond stellt ein reflektierendes Prinzip dar. Weil dieser Punkt unsichtbar ist, repräsentiert der Schwarz Mond alles, was im Verborgenen, im Dunkeln liegt. Er spiegelt alles, was uns emotional urweiblich durchdringt.

Hinweis zur Einbindung von Lilith in die Transit-Vorschau:

In der Astrologie ist Lilith ja schon lange ein Bestandteil, im Human Design System jedoch nicht.

Nichtsdestotrotz ist es aufgrund ihrer Lokalisierung im astrologischen Tierkreis möglich, sie auch einem Tor bzw. Hexagramm zuzuordnen. Wichtig zu erwähnen - im System selbst, also für die Auswertung der Human Design-Körpergrafik, findet sie keine Berücksichtigung!


Mehr über das Wesen der Transite: ☞ Blog-Beitrag "Im Transit des Lebens"


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