Spirituelles Erwachen: Eine Reise zu dir selbst

Zur besseren Lesbarkeit verzichte ich auf das Gendern. Gemeint sind selbstverständlich alle Geschlechter.

Du möchtest dich auf die Reise des „spirituellen Erwachens“ machen oder bist bereits mittendrin?

Dann herzlich willkommen beim echten Abenteuer „Menschsein“!

Was bedeutet spirituelles Erwachen?

Schon die Begriffe „Spiritualität“ und „spirituell sein“ lassen sich nicht so einfach erklären. Vor allem für unseren Verstand.

Kurz gesagt: Spiritualität bezeichnet die nichtphysische Essenz unseres Lebens.

Oft wird Spiritualität mit Religion und Glauben gleichgesetzt – zumindest mit dem herkömmlichen Verständnis davon, also der organisierten und institutionalisierten Religion.

Die wahre Bedeutung von Re-ligion ist „Rück-verbindung“.

„Wir sind nicht menschliche Wesen mit spirituellen Erfahrungen,

sondern spirituelle Wesen mit menschlichen Erfahrungen."

˜ Pierre Teilhard de Chardin

Das beschreibt meinen Glauben: Wir sind im Kern spirituell.

Unser innerstes Wesen kam mit dieser Verbindung in diese Welt. Im Laufe der Zeit – nicht zuletzt durch unsere Erziehung zu mental starken Menschen – haben wir jedoch verlernt, sie aufrechtzuerhalten. Ja, oft wurde sie uns regelrecht „aberkannt“: als Fantasie und damit als etwas vermeintlich Realitätsfremdes.

Denken wir nur an Kinder, die lange Zeit mit unsichtbaren Spielgefährten spielen und manchmal Sätze sagen, bei denen sich Erwachsene fragen: Wie kommt dieses Kind darauf? Woher weiß es das? Irgendwann jedoch weicht diese reichhaltige Verbundenheit oft einer normalen Realität.

Man könnte sagen: Spiritualität oder spirituelles Erwachen bedeutet, zu sich selbst zu erwachen – zu seinem wahren inneren Wesen, zu seinem göttlichen Funken. Und damit auch zur Verbundenheit mit etwas Größerem: dem gesamten Leben, der gesamten Schöpfung.

Dabei verlieren wir nicht unser „Ich“, sondern erkennen unser wahres Sein. Die Erdenerfahrung macht es möglich, unsere spirituelle Anbindung körperlich umzusetzen.

Spiritualität ist für mich die ganzheitliche Lebensführung. Ein fortlaufender Bewusstwerdungsprozess und eine Erkenntnisreise.

Aus diesem Grund habe ich diesen Beitrag auch wie eine Art "Reiseführer" gestaltet. So erhält er auch eine leichtere und verspieltere Note.

Mein Weg

Ich erinnere mich an meine Jugendzeit. Meist hatte ich das Gefühl, hier falsch zu sein – auf der Erde, in dieser Familie, in diesem Leben. Deshalb fühlte ich mich zu allem hingezogen, was geheimnisvoll und unsichtbar war. Mit dem Erwachsenwerden passte ich mich jedoch immer mehr dem „normalen“ Leben an.

Bis sich dieses Leben irgendwann wie ein zu enges, unpassendes Kleidungsstück anfühlte.

Auf der Suche nach Orientierung landete ich bei einer astrologischen Beratung. Dies war der Beginn meiner Erkenntnisreise, auf der ich mich nun seit über 30 Jahren befinde.

Verlauf der Reise

Wenn du jetzt denkst: Na ja, dann müsste sie doch längst fertig oder sogar erleuchtet sein. Dazu möchte ich dir sagen: Es gibt kein Fertigsein.

Anfangs dachte ich ebenfalls, ich würde mich auf eine Reise zu einem bestimmten Ziel machen, dort den „Schatz“ bergen und anschließend könnte die Reise enden und das Leben herrlich weitergehen. So funktioniert das aber nicht.

Sobald du die ersten Schritte machst, erwarten dich unzählige Berg- und Talfahrten. Glücksgefühle tragen dich hoch hinauf, während Krisen dich manchmal in ein tiefes Loch stürzen lassen.

Wenn du bereits unterwegs bist, kennst du solche Hochs und Tiefs vielleicht schon. Und wenn du noch ganz am Anfang stehst, lass dich davon nicht abschrecken. Vielleicht fragst du dich jetzt: Warum sollte ich mich dann überhaupt auf diese Reise begeben?

Ich muss zugeben: Diese Frage stelle ich mir zwischendurch sogar heute noch. Und doch bereue ich keinen einzigen Moment dieser Reise. Ich bin dankbar, dass ich sie begonnen habe.

Wenn du mit dem Gedanken spielst – ok, ich schnuppere mal diese Luft, mache mal ein paar Schritte und dann kann ich immer noch umkehren. Ich kann dir nicht sagen, ob das möglich ist – umzukehren. Vielleicht noch ganz am Anfang. Vor allem wenn äußere Stimmen sehr laut werden oder auch dein eigener rationaler Verstand dich ablenken möchte. Je länger du dich auf diese neue Reise einlässt, stellt sich meiner Meinung nach diese Option gar nicht mehr.

Vielleicht denkst du dir irgendwann - warum nur habe ich mich darauf eingelassen? Und aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen - diese Frage wird dich wahrscheinlich noch öfter erreichen. Denn die Wege sind nicht mit Glitzer bestreut und die Reise ist sehr anstrengend. Am Wegesrand jedoch findest du dann immer wieder Schätze und Wunder.

Was uns auf die spirituelle Reise bringt

Werfen wir einen Blick auf mögliche Gründe und Antriebe, die uns auf diese Reise führen. Denn selten beginnt sie mit dem Gedanken: Ich werde jetzt spirituell.

Große Lebensfragen, wie:

  • Was ist der Sinn meines Lebens?

  • Wer bin ich eigentlich wirklich?

  • Warum bin ich hier - auf dieser Welt, in dieser Familie, ...?

Schwierigkeiten, Probleme:

  • Du hast das Gefühl, dass dein Leben so wie bisher nicht weitergehen kann.

  • Alles scheint in Ordnung zu sein, trotzdem fühlst du eine innere Leere.

  • Bestimmte Erfahrungen wiederholen sich immer wieder.

  • Unzufriedenheit mit Beziehung, Beruf, Familie, Gesundheit

  • Enttäuschungen, Verluste, Trennungen, Lebenskrisen

Sehnsüchte (nicht nach mehr Besitz oder Erfolg):

  • Da muss es noch mehr geben im Leben.

  • Leichtigkeit im Meistern der Herausforderungen des Lebens.

  • Mehr Lebensfreude, Lebendigkeit spüren.

  • Inneren Frieden erlangen.

  • Steigerung von Selbstwert, Selbstvertrauen.

Oder vielleicht hast du auch etwas erlebt, was du mit dem Verstand nicht erklären kannst:

  • Ein Gefühl, "geführt" zu werden.

  • Intuitionen, Eingebungen

  • Intensive Meditationserfahrungen

Oft ist es auch eine Mischung aus verschiedenen Gründen - so war es jedenfalls bei mir.

Was du für deine Reise brauchst

  • Selbstverantwortung

  • Mut

  • Achtsamkeit

  • Ehrlichkeit dir selbst gegenüber

Das wichtigste Werkzeug: Selbstreflexion

Die Menschen, denen du auf deiner Erdenreise begegnest, übernehmen Nebenrollen in deinem Lebensschauspiel. Und auch du spielst eine solche Rolle in ihrem Leben.

Überall auf deinem Weg können sich Zeichen, Symbole, Metaphern und Wunder verbergen. Alles, was dir begegnet, kann Botschaften für dich enthalten.

Nein, du musst jetzt nicht allem nachgehen und Zeichen entschlüsseln, bevor du weitergehen kannst. Es gibt keinen „next Level“ zu erreichen. Du befindest dich auch nicht in einem Escape Room.

Besonders hilfreich kann Selbstreflexion sein, wenn du Herausforderungen begegnest, in Unfälle gerätst oder jemand deine „Knöpfe“ drückt. Denn gerade dann kommen oft Gefühle, Emotionen und Gedanken an die Oberfläche, die sich unangenehm anfühlen. Dies ist die Gelegenheit, sie wahrzunehmen, anzuerkennen und sie möglicherweise zu transformieren.

Bei mir waren es mehrere Autounfälle innerhalb eines Monats, die mich dazu veranlassten, genauer hinzuschauen und mein Leben infrage zu stellen.

Wie funktioniert Selbstreflexion im Alltag?

Darüber gibt es eine Podcast-Folge -

Die richtige Ausgangssituation

Stell dir zu Beginn ein paar Fragen:

1. Hast du Erwartungen? Und wenn ja, welche?

2. Suchst du nach Antworten?

3. Möchtest du der Realität entfliehen?

Dazu möchte ich dir gleich ein paar Gedanken mitgeben:

1. Wirf deine Erwartungen am besten gleich über Bord. In Erwartungen steckt bereits die Möglichkeit einer Enttäuschung. Bilder und Vorstellungen in deinem Kopf können dich daran hindern, die wahren Schätze zu entdecken, die auf dich warten.

2. Hüte dich davor, nach fertigen Antworten zu suchen oder Menschen zu vertrauen, die dir solche

versprechen. Deine Antworten kannst nur du selbst finden. Sei offen für Impulse und Inspirationen, die dich

dabei unterstützen, deinen eigenen Antworten näher zu kommen.

3. Das wäre kein spirituelles Erwachen. Denn damit würdest du dich von deinem weltlichen, menschlichen Teil

abspalten. Wahre Spiritualität kann nur durch dich und dein gelebtes Leben Ausdruck finden.

Die spirituelle Szene

Als meine Reise begann, war die spirituelle Szene noch überschaubar. Ihr wurde aber auch noch mehr Skepsis entgegengebracht. Wer erzählte, sich dafür zu interessieren, wurde oft etwas schräg angesehen.

Heute hat man beinahe das Gefühl, von Angeboten überschwemmt zu werden. Spiritualität hat sich, möchte ich fast sagen, zu einer großen Geschäftsidee entwickelt. Methoden und Tools sowie Coaches, Trainer, Speaker, Meister und Gurus begegnen einem gefühlt an jeder Ecke.

Da kann man anfangs schon leicht überfordert sein.

Wahl einer "Reiseleitung"

Bei diesem Überangebot lohnt es sich, auf einige Dinge zu achten:

  • Ist es ein Lehrer, der nur meditiert, oder steht er auch im (praktischen) Leben? Denn nur beides ist gelebte Spiritualität.

  • Wie werden diverse Lehren vermittelt?

    Wird nur Wissen verteilt oder Erfahrung geteilt? Wissensvermittlung allein spricht nur die mentale Ebene an.

  • Wird eine Methode als „heiliger Gral“ – als „Wunder-Tool“ – beworben?

    Dann würde sie sich wohl kaum von einer institutionalisierten Religion mit ihren Dogmen unterscheiden.

  • Werden Abhängigkeiten geschaffen?

    Dies kann auch dadurch entstehen, dass ein Lehrer verehrt, angehimmelt usw. wird.

Teuer muss nicht „gut“ sein.
Laut muss nicht „richtig“ sein.

Wer bin ich und warum?

Verlockend ist es, sich durch ein metaphysisches Reading – etwa Astrologie oder Human Design –, eine Wahrsagung, hellsichtige Beratung, Kartenlegung oder Ähnliches Hinweise geben zu lassen.

Vor allem auf die Fragen -

  • Wer bin ich?

  • Was soll ich tun?

  • Was ist besser für mich?

  • Warum passiert mir das?

Wie bereits erzählt, begann meine Reise mit einer Horoskopauswertung. Kurz darauf folgte eine Astrologie-Ausbildung. Wenn du dich für ein solches Reading entscheidest, achte darauf, dass dir der Reader keine fertigen Antworten vorgibt. Denn auch seine Aussagen laufen durch seinen persönlichen Filter.

Ein Horoskop oder eine Human-Design-Körpergrafik ist beispielsweise eine „Schatzkarte“. Sie erzählt von Potenzialen und Möglichkeiten. Ihre Energiesprache soll dich inspirieren, dein eigenes Abenteuer zu beginnen, Erfahrungen zu sammeln und deinen inneren Schätzen selbst auf die Spur zu kommen. Denn erst durch Erfahrung kann sich ein Potenzial verkörpern.

Du möchtest mehr über die Welt der Metaphysik erfahren?In diesem Beitrag nehme ich dich mit zu einer neuen Sicht auf das Menschsein -

"Orte" oder Phasen auf deinem Weg

Die folgende Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie beruht auf meinen eigenen Erfahrungen; und die Bezeichnungen habe ich für diesen Beitrag einfach kreiert.

Die Reihenfolge bedeutet nicht, dass sie auch in dieser Folge auftreten.

Bildhaft gesprochen würde ich sie eher als Wetterlagen bezeichnen, die sich abwechseln können.

Die Schatten-Phase

Gerne setzen wir uns das Ziel, ein licht- und freudvolles Leben zu führen – ganz nach dem Motto „Friede, Freude, Eierkuchen“.

Auf unserer Erkenntnisreise werden wir jedoch bald eines Besseren belehrt. Denn uns folgt jemand auf Schritt und Tritt – unser Schatten. Oft auch „Schattenarbeit“ genannt. Ich finde, diese Arbeit ist unausweichlich.

Dabei geht es unter anderem um Verletzungen, Erfahrungen, Eigenschaften, Gefühle und Glaubenssätze, die wir am liebsten vergessen würden. Manches haben wir so tief verdrängt, dass wir glauben, es sei längst verschwunden. Aus dem Verborgenen beeinflusst es jedoch weiterhin unser Leben – und möchte als Teil von uns gesehen und anerkannt werden.

Hier begegnet uns bereits das Thema „Bewertung“ – mit all den Ablehnungen und Widerständen, die damit einhergehen. Wir stufen etwas als gut oder schlecht, positiv oder negativ, schön oder hässlich ein.

Genau darin liegt eine der größten Herausforderungen.

Es geht nicht darum, gar nicht mehr zu bewerten. Bewertungen sind eine wichtige Gabe, die uns hilft, zu unterscheiden. Vielmehr geht es darum, die Energie und das Gefühl wahrzunehmen, mit denen wir etwas bewerten. Denn Ablehnung und Widerstand haben die Tendenz, genau das zu verstärken, wogegen wir uns richten.

Kleines Beispiel: Wenn mir eine Speise nicht schmeckt oder sie mir nicht guttut, heißt es nicht, dass sie schlecht ist.

Mehr Gedanken zum Zusammenspiel von Licht & Schatten findest du in meinem Blog-Beitrag - Gibt es das Licht ohne Schatten? -

Die Opfer-Phase

Wie schnell machen wir uns selbst zum Opfer der Umstände! Damit ist immer auch die Schuldfrage verbunden.

Wem oder was geben wir die Schuld an unseren Leidenserfahrungen, Verletzungen, Lieblosigkeiten oder unerfüllten Bedürfnissen?

Und oft sogar uns selbst.

Wir verurteilen uns für etwas, das wir getan, gesagt oder unterlassen haben – oder für Entscheidungen, die sich im Nachhinein als ungünstig erweisen. Im Leben machen wir keine Fehler, sondern Erfahrungen, aus denen wir lernen können. Würdest du dich heute noch dafür verurteilen, dass du beim Laufenlernen als Kind hingefallen bist?

Willkommen im Drama-Dreieck. Solche Dramen sind der Treibstoff für Film und Kunst.

Das Drama-Dreieck besteht aus Opfer-Täter-Retter. Solange man an einer dieser Rollen festhält, umso schwieriger kann der Ausstieg werden.

Diese Erkenntnis kann ein wahrer Segen sein. Sie führt uns zur Selbstverantwortung – und dazu, die eigene Macht nicht länger an andere abzugeben. Und sie kann einem bewusst machen, dass alles irgendwie dazugehört hat und so auch manche Weichen für das Leben gestellt wurden.

Die Gummiband-Phase

Diese Phase ist mir sehr gut in Erinnerung.

Wir beginnen, uns für andere Perspektiven und Sichtweisen auf das Leben zu interessieren. Das ist spannend und aufregend. Schon die ersten Erkenntnisse können euphorisch machen. Dann ist die Verlockung stark, andere – uns nahe Freunde und vielleicht sogar Familienmitglieder – mitziehen zu wollen.

Für mich sind dies bereits erste Anzeichen des spirituellen Egos. Denn bewusst oder unbewusst sind wir der Meinung, dass dieser neue Weg, den wir beschreiten, besser ist als der der anderen.

Und was machen die anderen? Sie bewegen sich keinen Millimeter in unsere Richtung. Hinzu kommt, dass sie nicht nur auf Abstand bleiben, sondern uns womöglich auch noch infrage stellen.

(Wobei das war vor über 30 Jahren. Heute ist das wahrscheinlich anders - siehe „Die spirituelle Szene)

Von einigen hörte ich damals: Bleib am Boden, sonst verlierst du den Bezug zur Realität.

Das kann dazu führen, dass wir unseren Weg abbrechen, weil wir unsere Freunde nicht verlieren möchten oder nicht als komisch bezeichnet zu werden. Und schon schnellt das Gummiband zurück.

Ich habe mich entschieden, dranzubleiben, ohne ein weiteres Wort darüber zu verlieren. So als würde man sich dann in 2 Welten bewegen. Im Laufe der Zeit können sich Freundschaften verändern. Manche Wege kreuzen sich seltener, während neue Begegnungen hinzukommen.

Eine Zeitlang fühlt man sich vielleicht allein, weil man die Erfahrung macht, sich mit nahen Personen darüber nicht austauschen zu können. Und irgendwann kann es sogar dazu führen, dass Menschen an dich herantreten, weil sie deine neue Lebensführung inspiriert.

Du musst diese Übergangsphase nicht alleine bewältigen.

Wenn du dabei Unterstützung möchtest,

findest du hier nähere Informationen -

Die Zweifels-Phase

Zweifel haben die Eigenschaft, dich immer wieder einmal heimzusuchen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Ein Zweifel – ein Produkt unseres Verstandes – möchte dich wieder „nach Hause“ holen.

Unser rationaler Verstand kann mit der spirituellen Ebene wenig anfangen. Er kann sie weder erklären noch kontrollieren. Deshalb schaltet sich womöglich der Überlebensmodus ein: Er möchte uns in Sicherheit wiegen und vor Gefahren schützen. Gründe, warum du auf diesem neuen Terrain nicht weitergehen solltest, findet er sicher genug. Denn du begibst dich auf Neuland und verlässt deine Komfortzone.

Dein bisheriges Weltbild stellt sich vielleicht gerade auf den Kopf.

Deine Glaubenssätze, welche dir einen Bezugsrahmen gegeben haben, drohen sich in Luft aufzulösen.

Dieser „Sicherheitsmechanismus“ kann in tatsächlich gefährlichen Situationen hilfreich sein. Auf deiner inneren Reise kann er dich jedoch auch ausbremsen. Du hast die Reise wahrscheinlich aus einem inneren Drang heraus begonnen – diesem Körpergefühl darfst du jetzt mit Verantwortung, Mut und Achtsamkeit folgen.

Die Infragestellungs-Phase

Sie scheint der Zweifelsphase sehr ähnlich zu sein.

Und doch kann ich aus eigener Erfahrung einen Unterschied erkennen.

Für mich zeigt sich die Zweifelsphase eher am Anfang: Sie lässt dich an deinem Entschluss zweifeln, dich auf die „spirituelle Reise“ zu begeben.

Die Infragestellungsphase hingegen taucht immer wieder auf – sogar heute noch. Und sie entpuppt sich dabei oft als Falle.

Eigenes Beispiel:

Wenn ich sehe, was in der Welt geschieht, wie Menschen miteinander umgehen, wie Tiere behandelt werden und wie die „Mächtigen“ den Rest der Welt steuern, steigen nach wie vor Traurigkeit und Wut in mir auf. Plötzlich stelle ich dann meine jahrzehntelange Bewusstseinsarbeit infrage: Wozu das alles? Was bewirkt diese Arbeit überhaupt?

Der Wunsch nach Frieden auf der Welt, einem achtsamen und freundlichen Miteinander – einfach ein Paradies auf Erden ist groß. Und dann merke ich: Oh, ich stecke ja mitten in der Bewertung! Schwupps – schon bin ich aus der spirituellen Verbundenheit herausgefallen.

Das bedeutet nicht, dass wir schädigendes, zerstörendes Verhalten in der Welt gutheißen. Es geht um die Energie, die Schwingung, mit der wir eine Bewertung umhüllen.

Für alle, die sich auf dem Weg des spirituellen Erwachens befinden, ist es ein ständiges Training, immer wieder in eine höhere Schwingung, in die Herzschwingung, zu finden. Denn jede Art von Schwingung nährt das gesamte, größere Bewusstseinsfeld. Du wählst die Qualität.

Du dienst damit nicht nur deinem Sein, sondern es ist auch ein Dienst an der Menschheit und an der gesamten Schöpfung.

Es wird also nicht langweilig.

Die Erdungs-Phase

Dies ist eigentlich keine Phase, sondern vielmehr eine unverzichtbare Haltung oder Übung.

Während der gesamten „spirituellen Reise“ ist sie dein Freund. Denn Spiritualität findet im physischen Leben statt. Nur die Einbeziehung beider Pole - die nichtphysische Essenz und unsre physische Existenz - macht ein ganzheitliches Leben möglich – ein Leben aus der Mitte.

Erst wenn wir fest mit beiden Füßen auf der Erde stehen, also geerdet sind, können wir die höheren Schwingungen und Frequenzen des Himmels empfangen und in unserem Leben umsetzen beziehungsweise verkörpern. Vergleichbar mit der Erdung einer Steckdose oder Blitzableiters.

Zu einem spirituellen Leben gehören deshalb auch ganz alltägliche, erdende Tätigkeiten: den Alltag meistern, den Körper gut versorgen und pflegen, auf das eigene Körpergefühl achten und das Zuhause sauber halten.

Was sonst noch mitreist

Du siehst: Spirituelles Erwachen ist ohne den physischen Körper nicht möglich – zumindest nicht auf der Erde. Sobald mit „innerer Arbeit“ begonnen wird, beginnt sich auch der Körper neu zu kalibrieren.

Körperliche Erscheinungen

Im Laufe meiner eigenen Reise habe ich unterschiedliche körperliche Symptome wahrgenommen. Diese kann ich nicht als allgemeingültig bezeichnen.

Ich möchte hier lediglich meine persönlichen Beobachtungen mit dir teilen:

  • Weinen: Durch den Tränenfluss kann eine Reinigung stattfinden. Wichtig dabei: sich nicht beschwichtigen zu lassen, damit die Gefühle nicht erneut unterdrückt werden.

  • Müdigkeit

  • Entgiftungserscheinungen

  • Veränderungen bei der Ernährung und im Stoffwechsel

  • Kopf-, Nackenschmerzen

  • Spannungen im Lendenwirbelsäulenbereich

  • vorhandene Blockaden wurden teilweise wieder spürbar

Emotionale Herausforderungen

Die Gefühle und Emotionen werden sehr oft Achterbahn fahren. Immer wieder können Krisen auftauchen. Das Wort ist leider negativ behaftet. Bei meiner Recherche bin ich auf seine ursprüngliche Bedeutung gestoßen: Entscheidung, Wahl, Wende. Das hat meine Sichtweise darauf verändert.

Genau solche Wendepunkte können uns auf dieser Reise begegnen. Ich möchte sie deshalb gerne als Übergangskrisen bezeichnen.

Empfohlener "Proviant"

Bleib offen im Geist - mutig im Herzen - staunend im Sein.

  • Tiefe Atemzüge

  • Ruhephasen (innere Reisen, Meditationen, Rituale)

  • Dankbarkeitstagebuch - notiere, wofür du dankbar bist (morgens oder abends)

  • Humor und Lachen - nimm nicht alles so ernst und lache auch über dich selbst

Empfohlene "Bekleidung"

  • Hose eines Abenteurers

  • Jacke eines Entdeckers

  • Mantel eines Detektivs

Damit kannst du dich ein wenig aus der Identifikation mit eventuellen „Nebenwirkungen“ distanzieren und ihnen mit abenteuerlicher Neugier, forschendem Interesse und einem aufmerksamen, beobachtenden Blick begegnen.

Meine bisherigen Fundstücke

  • Mehr Lebensfreude und Lebendigkeit

  • Innerer Frieden

  • Leichtigkeit und Gelassenheit

  • Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein

  • Bewussterer Umgang mit mir selbst und anderen

  • Achtsamere Kommunikation

Ich muss zugeben - oft ist es herausfordernd, diese Schätze zu hüten. Denn sie können immer wieder mal kurzfristig abhanden kommen. Mit Übung lassen sie sich jedoch immer schneller wieder finden.

Die Reise geht weiter und ich freue mich auf neue Fundstücke.

Jetzt bleibt mir nur noch eines :

Ich wünsche dir eine freudvolle Reise!

© Andrea Fichtner


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Stand: 09/26