Ein neuer Zyklus wird geboren
Historisches Ereignis - und du bist dabei!
Dieser Beitrag wird etwas umfangreicher - dafür hat er auch noch weitgehend bis Ende März 2026 Gültigkeit.
Im Februar 2026 bildet das gleichzeitige Wirken von Neptun und Saturn im Zeichen Widder eines der prägendsten kosmischen Themen. Es handelt sich um eine Konstellation von seltener Tragweite.
Neptun ist am 26. Januar 2026 in das Zeichen Widder eingetreten. Mit einer Umlaufzeit von rund 165 Jahren bedeutet das für uns Menschen: niemand, der heute lebt, hat Neptun je zuvor im Widder erlebt – und niemand wird diesen Transit in dieser Inkarnation ein weiteres Mal erfahren. Es handelt sich daher um ein einmaliges Kapitel innerhalb eines sehr langen kosmischen Zyklus.
Das Zeichen Fische, dessen Leitplanet Neptun ist, steht für das Grenzenlose, das Unsichtbare, das Spirituelle, für Auflösung, Mitgefühl und Verbundenheit, aber auch für Illusion, Verwirrung und das Verschwimmen von Konturen.


Der Widder hingegen markiert den Beginn des Tierkreises. Er steht für Geburt, Initiation, Mut, Durchsetzungskraft und den ursprünglichen Impuls des „Ich bin“.
Zeitgleich bildet Saturn mit Neptun eine exakte Konjunktion auf 0° Widder – in der sogenannten
Kosmischen Spalte (im Human Design-System liegt dieser Bereich im Tor 25). Dass Saturn und Neptun sich begegnen, ist an sich kein seltenes Phänomen. Saturn benötigt etwa 29,5 Jahre für einen Umlauf und trifft Neptun daher mehrfach innerhalb eines Neptun-Zyklus. Dass dieses Treffen jedoch exakt in diesem schmalen Übergangsbereich stattfindet, macht es zu einem historischen Ereignis.
Über die Kosmische Spalte und Tor 25 haben wir auch schon im ☞ Oktober 2025 gesprochen.
Die Kosmische Spalte ist ein extrem feiner Schwellenbereich zwischen zwei Welten. Sie verbindet die unsichtbare, grenzenlose, gefühlstiefe Dimension der Fische-Energie mit der sichtbaren, physischen, willensstarken Welt des Widders.
Geburt aus der Kosmischen Spalte
Symbolisch betrachtet markiert sie den Übergang vom Ungeformten ins Geformte, vom Potenzial in die konkrete Existenz.
Ein kraftvolles Bild dafür ist der Geburtskanal. Die Seele (ein kosmischer Funke) löst sich aus einer lichtvollen, weiten, nicht greifbaren Dimension und drängt mithilfe eines physischen Körpers durch einen engen, dunklen Kanal in die sichtbare Welt der Materie. Dieser Übergang ist kein sanfter Prozess. Er ist ein Akt der Verdichtung, der Begrenzung und zugleich der Initiation.
Aus der Unendlichkeit wird Form. Aus dem Zeitlosen wird Zeit.
Aus dem reinen Bewusstsein wird ein individuelles Wesen.
Übertragen auf diese Konstellation bedeutet das: Ein neuer Zyklus menschlicher Erfahrung beginnt. Ein Bewusstsein, das lange im Ungeformten wirkte, nimmt nun Gestalt an.
Neptun bringt die Erinnerung an Einheit, an Verbundenheit und an ein größeres Ganzes mit.
Saturn sorgt dafür, dass diese Erinnerung nicht abstrakt bleibt, sondern in konkrete Lebensrealität übersetzt wird.
Tor 25 trägt den Namen „Die Unschuld“ und wird auch als „Tor der universellen Liebe“ bezeichnet. Im weiteren Sinne steht es auch für das Höhere Selbst – für jenen Wesenskern, der jenseits von Rollen, Erwartungen und Zuschreibungen existiert.
Bleiben wir beim Bild der Geburt, so könnte dieses Tor als die Ankunft eines Wesens beschrieben werden, das noch nicht getrennt denkt,
noch nicht bewertet, noch nicht vergleicht.
Es ist einfach da. Es ist offen. Es ist verbunden.

Wer bin ich?
Mit dem Aufwachsen beginnt jedoch ein Prozess der Identifikation. Als Folge der Nachahmung, Erziehung und des sozialen Interagierens, werden Rollen übernommen, Erwartungen erfüllt, Anpassungsleistungen erbracht. Durch Familie, Kultur, Bildung und soziale Systeme entsteht Identität. Identität ist notwendig, um sich in der Welt gewissermaßen zu orientieren. Problematisch wird es dort, wo Identität mit dem Selbst verwechselt wird.
Vergleichbar ist dies mit einem Schauspieler, der seine Rolle so sehr verinnerlicht, dass er sie nach Drehschluss nicht mehr ablegt. Was ursprünglich ein Kostüm war, wird für das Selbst gehalten. Rollen und Identitäten sind wichtig. Sie werden jedoch dann zur Begrenzung oder Verfälschung, wenn sie das lebendige Selbst überlagern.
Neptun hält sich im Zeichen Widder bis Mai 2038 auf. Die neptunische Energie agiert sehr langsam, aber stetig („Steter Tropfen höhlt den Stein“) und ist daher oft anfangs nicht bemerkbar, sondern erst, wenn sich etwas scheinbar plötzlich auflöst (was nicht plötzlich ist!).

Vergleichbar auch mit einem Nebel (Neptun), welcher nicht plötzlich weg ist, sondern sich langsam auflöst und die Sicht sukzessive wieder freigibt.
Identitäten verlieren ihre Stabilität. Gewissheiten lösen sich auf. Was lange als selbstverständlich galt, erscheint plötzlich fragil oder hohl.
Das Schicksal - das "geschickte Heil"
Saturn wirkt dabei wie ein Gegenpol. Ich bezeichne ihn gerne als den „Echtmacher“. Er prüft, was Substanz hat. Er konfrontiert uns mit Grenzen, Verantwortung und Konsequenzen.
Als Hüter der Schwelle oder auch Herr des Karmas oder Schicksals, wird ihm meist die Rolle eines Feindbildes - „der Strafende“ - übergestülpt.
Ja, er vertritt das Gesetz. Im persönlichen Leben „dein Gesetz“, mit dem du sozusagen hier angekommen bist. Wenn du vom Weg abkommst, sorgt er dafür, dass du wieder auf die Route gelangst, um die von dir „gewählten Erfahrungen“ machen zu können.

Das klingt jetzt vielleicht einfach, aber meist stellt es eine Herausforderung dar, welche es zu meistern (Saturn) gilt. Und da wir uns ja nicht an unsere „geplanten Erfahrungen“ erinnern können - sonst wäre ja das Abenteuer nur halb so „lustig“ und spannend - kämpfen wir gegen Hürden und Begrenzungen an, wollen „mit dem Kopf durch die Wand“ (Widder). Denn wir meinen ja zu wissen, was wir wollen und was gut für uns ist. Meist ist es das Ego, welches uns dies vorgaukelt und aus dem Verstand sein Recht einfordert.
Ein Kampf, welcher zu oft geführt wird, sei es in sich selbst oder als Feindbild nach außen projiziert. Das Ergebnis bleibt das gleiche - Leiden und Krise (Neptun).
Das "Täter-Opfer-Spiel", das „Unbedingt gewinnen-Spiel“, das „Ich will der Beste sein-Spiel“ (Widder).
„Wenn du aufhörst, der Täter zu sein,
hörst du auch auf, Opfer zu sein.
Denn diese beiden Rollen sind untrennbar miteinander verbunden."
˜ Paul Ferrini
Die Maskerade
Die unverfälschte Widder-Energie lautet schlicht: Ich bin.
Es ist das Individuum, das du wahrhaftig bist. Und dafür mutig einzustehen, hinter dir selbst zu stehen, für dich zu „kämpfen“. Für den Funken in dir!
Erst im Zusammenwirken von Individuen ist echtes Wachstum möglich und Wettbewerb, Konkurrenzkampf und Vergleichen verlieren ihre Gültigkeit.
Diesen „Kampfgeist“ kannst du für dich selbst nutzen, um dein Ich-Wesen zu veredeln, um dich zu fragen -
"Was kann ich heute besser als gestern machen?" - "Wie kann ich heute großartiger als gestern sein?"
Diese Zeitqualität kann auf unterschiedliche Weise sowohl im Außen als auch im Inneren erfahren oder beobachtet werden:

🎭 Welche Masken fallen und geben die Sicht auf das
wahre Selbst frei?
🎭 Welchen Identitäten habe ich mein Selbst geopfert
(genetisch, national, kulturell, ideologisch usw.)
🎭 Mit welchen Rollen habe ich mich identifiziert und dadurch
meine Lebendigkeit begrenzt?
🎭 Welche starren Systeme und Strukturen, deren Fundament
nicht mehr hält, bröckeln und beginnen, sich aufzulösen?
🎭 Wer bin ich jenseits von Erwartungen, Zuschreibungen
und Selbstbildern?
Die Fragen/Antworten können Verwirrung und Unsicherheit auslösen, da sie uns in ein Neuland stoßen. In etwas Unbekanntes. Haben uns doch diese Identitäten eine gewisse Sicherheit, einen Rahmen gegeben.
Die Fragen schaffen jedoch Raum, um etwas Neues zu schaffen. Etwas Echtes.
„Frei ist der Mensch,
insofern er in jedem Augenblick seines Lebens in sich selbst einen Neubeginn setzen kann."
˜ Rudolf Steiner
Gemeinschaft - Austausch - Zugehörigkeit
Der Mondknotenachse, die den Familienkanal 37–40 (Fische-Jungfrau) kurz vor Weihnachten aktiviert hat, haben wir uns schon im ☞ Dezember 2025 gewidmet.
Dieser Kanal*) wird als „Kanal der Gemeinschaft“ bezeichnet und beschreibt grundlegende Dynamiken von Zugehörigkeit, Austausch und gegenseitiger Verpflichtung – sowohl im persönlichen als auch im kollektiven Kontext.
Die Mondknoten verweisen stets auf Entwicklungsrichtungen: auf alte Muster, die sich erschöpft haben, und auf neue Formen, die entstehen wollen. Im Familienkanal geht es dabei um die Frage, wie Gemeinschaft heute gelebt werden kann – jenseits von Pflicht, Abhängigkeit oder Kontrolle.
Vereinfacht lässt sich dieser Kanal als eine Art energetischer Handelsvertrag beschreiben. Auf der einen Seite steht das Bedürfnis nach emotionaler Verbundenheit, Nähe, Zugehörigkeit und versorgt werden. Auf der anderen Seite steht der Einsatz von Energie, Arbeit, Leistung und Beitrag für eine Gemeinschaft.
Im besten Fall besteht er aus einer Balance zwischen Geben und Nehmen, welches wiederum auf Vertrauen, Respekt, Wertschätzung und der Begegnung auf Augenhöhe aufbaut.
Gleichzeitig gründet er auf einem Gleichgewicht zwischen Gemeinschaft und Individualität. Auch gleichbedeutend dem Flow zwischen Zusammensein und Alleinsein.

Bei diesem Handel geht es nicht nur um materielle Ressourcen. Ebenso bedeutsam sind Zeit, Zuneigung, Zugehörigkeit.
Die zentrale Frage lautet: Ist der Austausch stimmig? Sind ausreichend Ressourcen zur Verfügung?
Fühle ich mich gesehen, anerkannt und getragen – oder funktionalisiert, verpflichtet oder ausgenutzt?

Weitere wichtige Fragen können aufgeworfen werden:
🤝 Wo fühle ich mich wirklich zugehörig?
🤝 Mit wem fühle ich mich verbunden, ohne mich zu verlieren?
🤝 Wo finde ich meine Gleichgesinnten?
🤝 Wo fühle ich mich eingebunden – und wo ausgeschlossen?
🤝 Was brauche ich, um mich sicher und zu Hause zu fühlen?
🤝 Wem kann ich trauen?
🤝 Wo und wie finde ich Menschen zum Austausch?
Im Großen wie im Kleinen
Diese Fragen wirken im Kleinen wie im Großen. In Familien, Partnerschaften und Freundschaften ebenso wie in Teams, Organisationen, Gesellschaften und Nationen. Der Familienkanal macht sichtbar, wo Zugehörigkeit an Bedingungen geknüpft ist, die Individualität einschränken oder unterdrücken.
Auf das Weltbild übertragen, könnte man die Entwicklung straff so zusammenfassen:
Ehemalige kleine Dörfer und ihr regionaler Austausch verschwanden mit der Zeit und wurden durch eine Globalisierung zu einem einzigen „großen Dorf“.
Dieser Prozess brachte eine Durchmischung, Austausch, Vielfalt und neue Möglichkeiten, aber auch Vereinheitlichung und massive Ungleichgewichte.

Dies führt zu Unsicherheit und daraus entstehen Gegenbewegungen.
Auf der einen Seite die Angst vor Macht- und Kontrollverlust und die Sorge, dass die eigene Kultur, eigene Traditionen, eigene Ideologien verschwinden.
Auf der anderen Seite die Angst austauschbar zu sein, Zwang und Anpassung zu erfahren statt echter Anerkennung und Zugehörigkeit.
Im familiären Kontext kann sich dies beispielsweise dort zeigen, wo individuelle Lebenswege nicht anerkannt werden. Wenn von Kindern erwartet wird, bestimmte Rollen zu übernehmen, Traditionen fortzuführen oder unerfüllte Träume der Eltern zu leben, entsteht kein Austausch auf Augenhöhe, sondern ein Machtgefälle.
Zwei Beispiele mögen dies veranschaulichen:
❇︎ Ein Sohn soll das Familienunternehmen weiterführen und das am besten im Sinne des Vaters. Er träumt von etwas anderem.
❇︎ Eine Tochter möchte unbedingt Sängern werden, doch die Mutter will sie davon abhalten, sah sie doch die erfolglosen Versuche des Ehemannes/Vaters, das gleiche zu tun.
(Ich erinnere mich dabei an eine Szene im Film „Sister Act 2“)

In beiden Fällen gibt es kein Verständnis.
Es fehlt die Anerkennung und Wertschätzung für den individuellen Weg.
Und es zeigt sich Angst vor Kontrollverlust, weil es einen „Ausreißer“ aus der Familie gibt.
Der Wunsch, beizutragen
Im Grunde ist es in jedem Menschen angeboren, einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.
Dass jedoch so viel Desorientierung, Unlust und Frustration vorhanden sind, liegt vermutlich an der Tatsache, dass es dort, wo sie agieren, nicht möglich ist, den wahren, individuellen, sogenannten „Ich bin“-Beitrag zu geben.
Die Rechtfertigung: "Man muss ja irgendwie überleben und die Familie ausreichend versorgen."
Da scheint Individualität keinen Platz zu haben.
Doch Gemeinschaft verliert ihren lebendigen Kern, wenn Individualität geopfert wird. Wahre Verbundenheit entsteht nicht durch Gleichmacherei, sondern durch das Zusammenwirken unterschiedlicher Menschen mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Perspektiven.
Ein oft verwendetes Bild ist das Orchester:
Eine Sinfonie entsteht nicht dadurch, dass alle dasselbe Instrument spielen, sondern dadurch, dass unterschiedliche Instrumente aufeinander abgestimmt sind.
Genauso kann Gemeinschaft nur dann lebendig sein, wenn Individualität nicht als Störung, sondern als Bereicherung verstanden wird.

Der Familienkanal lädt daher zu einer Neubetrachtung von Gemeinschaft ein.
Wo darf ich „ich selbst“ sein – und zugleich Teil eines Ganzen?
„Es ist unmöglich, zu wahrer Individualität zu gelangen,
ohne im Ganzen verwurzelt zu sein.
Alles andere ist egozentrisch."
˜ David Bohm
Sehnsucht - Minderung - Erkenntnis durch Erfahrung
Der Kanal 41–30, auch bekannt als der „Kanal des Erkennens“ beschreibt einen zutiefst menschlichen Erfahrungsraum: das Verlangen nach einer neuen Erfahrung, die Sehnsucht nach einer Erfahrung, sich besser zu fühlen.
Pluto befindet sich seit dem 5. Dezember 2025 im Tor 41 (Wassermann) und wird sich dort noch bis zum 23. Februar 2028 aufhalten.
Im Februar 2026 wird dieser Druckpunkt durch die Aktivierung von Tor 30 (Wassermann) über mehrere Tage von unterschiedlichen schnelllaufenden Planeten zu einem vollständigen Kanal geschlossen. Dadurch wird eine Dynamik spürbar, die viele Menschen innerlich antreibt – oft ohne klar benennen zu können, wohin dieser Druck eigentlich führen soll.
Tor 41 trägt den Namen „Tor der Minderung“. Auch diese „Landschaft“ haben wir im ☞ Dezember 2025 bereits kennengelernt.
Auf genetischer Ebene ist es das einzige Startcodon und damit der Beginn jedes neuen Zyklus.
Es hat alle Möglichkeiten menschlicher Erfahrung gespeichert. Seine Energie äußert sich als Druck, etwas Neues zu beginnen, ein Verlangen, ein Hunger nach einer neuen Erfahrung.
Es ist auch der Antrieb, einen Traum, einen Wunsch zu verwirklichen.

Pluto als die Kraft der radikalen Wandlung, des Sterbens und Neubeginns kann hier u.a. so agieren, dass vorerst alles, was nicht überlebensfähig ist, für einen „Neustart“ weggefegt wird.
Es findet eine Art Entleerung statt, um für etwas Neues Platz zu machen.
Träume - Fantasien - Visionen
Tor 30 ergänzt diesen Druck durch eine starke emotionale Komponente.
Es trägt den Namen „Tor des Feuers“ und wird oft auch als „Tor der Sehnsucht“ bezeichnet. Es beschreibt die Sehnsucht nach einer bestimmten Erfahrung – meist nach der Erfahrung, sich besser zu fühlen. Diese Sehnsucht wirkt auf den ersten Blick lebensbejahend, birgt jedoch eine tiefere Ambivalenz.
Die Sehnsucht, sich gut oder besser zu fühlen gründet in einem Gefühl aus der Vergangenheit.
Sie entsteht aus gespeicherten Gefühlszuständen. Ein Lied, ein Bild, ein Geruch – und plötzlich taucht die Erinnerung an eine bestimmte Zeit oder Erfahrung auf, verbunden mit dem Wunsch, dieses Gefühl wiederzuerlangen.
Das Problem liegt nicht in der Erinnerung selbst, sondern im Anhaften daran, es wieder zu bekommen.
Es gibt jedoch kein zweites 1. Mal.
„Man kann nicht zweimal in denselben Fluss steigen."
˜ Heraklit
Pluto im Tor 41 konfrontiert uns daher mit der Frage, ob wir bereit sind, alte Träume, vergangene Hoffnungen oder überholte Wünsche loszulassen.
Oft tauchen in dieser Phase alte Beziehungen, Projekte oder Lebensideen noch einmal auf – nicht, um fortgesetzt zu werden, sondern um bewusst verabschiedet zu werden.
Es öffnet so den Raum, einen Traum zu realisieren, der nicht auf Utopie oder Fantasie gründet, oder welcher nicht deiner ist.
Sondern für den dir auch die nötigen Ressourcen zur Verfügung stehen (Fähigkeiten, Zeit, usw.).

Disziplin - Geduld - Klarheit
Die Herausforderung dieses Kanals liegt darin, nicht aus einem Druck heraus zu handeln. Weder aus Sehnsucht nach etwas Vergangenem noch aus dem Wunsch, unangenehme Gefühle unbedingt vermeiden zu wollen. Beides führt leicht zu unüberlegten Entscheidungen, die langfristig nicht tragen.

Die Einladung dieses Kanals lautet vielmehr:
⏳ Im Hier und Jetzt zu bleiben.
⏳ Den Druck wahrzunehmen, ohne ihm sofort nachzugeben.
⏳ Die Gefühle zu fühlen, ohne sie zu dramatisieren oder
zu unterdrücken.
⏳ Geduld, um die emotionale Welle abzuwarten,
bis Klarheit kommt.
Ein neuer Zyklus wird geboren
Fügt man das bisherige zusammen, entsteht ein deutliches Gesamtbild dieser Zeitqualität:
Der Februar 2026 markiert keine bloße Weiterentwicklung bestehender Strukturen. Er steht für einen Neubeginn, der aus einem bewussten Abschied heraus entsteht. Es geht nicht darum, etwas Altes zu reparieren oder notdürftig zu stabilisieren, sondern darum, ein Fundament loszulassen, das seine Tragfähigkeit verloren hat.
Neptun und Saturn in der Kosmischen Spalte zeigen, dass alte Identitäten, Rollen und Selbstbilder beginnen, sich aufzulösen. Die Mondknoten im Familienkanal machen sichtbar, welche Gemeinschaften nicht mehr fair sind und welche Abmachungen nicht mehr eingehalten werden. Und der Kanal 41–30 konfrontiert uns mit der emotionalen Realität von Sehnsucht, und dem Druck nach Veränderung.
Viele Menschen erleben diese Zeit als Phase der Verunsicherung. Alte Sicherheiten greifen nicht mehr, während neue Wege noch nicht klar erkennbar sind. Die Versuchung ist groß, entweder in der Vergangenheit zu verharren – in nostalgischem Erinnern an vermeintlich bessere Zeiten – oder impulsiv nach vorne zu preschen, um endlich wieder ein gutes Gefühl zu haben. Beides führt jedoch selten zu echter Erneuerung.
Die Sehnsucht nach einem (vergangenen) besseren Leben ist in Wahrheit oft die Sehnsucht nach einem inneren Zustand:
Lebendigkeit, Sinn, Verbundenheit oder Freude.

Wird diese Sehnsucht ausschließlich im Außen gesucht, entsteht inneres Leiden. Wird sie jedoch als Hinweis verstanden, nach innen zu lauschen, kann sie zu einem kraftvollen Wegweiser im Jetzt werden.
Erkenne auch, dass es der Verstand ist, der dir Sorgen und Ängste zuflüstert, welche dich vom Jetzt ablenken.
Jeder Mensch macht auf seine Weise Bekanntschaft mit dem Druck dieser Zeit. Er ist ein Hinweis darauf, dass etwas Wesentliches im eigenen Leben neu ausgerichtet werden möchte. Er zeigt, auf welchen Identitäten das bisherige Leben gegründet war – und wo diese Identifikationen nicht mehr mit dem eigenen Wesen übereinstimmen.
Starte einfach mit dem ersten Schritt.
„Auch der weiteste Weg beginnt mit einem ersten Schritt."
˜ Laotse
Die Erweiterung der Komfortzone
Dazu passend möchte ich auch den Transit von Lilith („Der Schwarze Mond“ oder „Die Große Göttin“) ins Gesamtbild einfügen.
Lilith wird am 10. Februar 2026 in das Tor 9 (Schütze) eintreten - das Tor des Fokussierens. Es stellt die Lebenskraft zur Verfügung, sich auf Details zu fokussieren, Prioritäten zu setzen und Schritt für Schritt vorzugehen. Lilith bringt hier eine kompromisslose Ehrlichkeit ins Spiel. Sie fordert Entschlossenheit – nicht im Sinne von Härte, sondern im Sinne von innerer Stärke.

Lilith in Tor 9 lädt dazu ein, aus der Angepasstheit auszusteigen, eingefahrene Wege, welche sich im Kreis drehen, zu verlassen.
Nicht durch einen radikalen Bruch, sondern durch bewusste Ausrichtung. Einen Pfad zu beschreiten, der aus der Komfortzone und einer gewissen Trägheit herausführt und so die Komfortzone einfach erweitert.
Gerade beim Beginn von etwas Neuem kann sich leicht Überforderung einstellen - „Wo soll ich anfangen?“
„Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist."
˜ Henry Ford
Tor 9 lehrt, dass Entwicklung nicht durch gleichzeitiges Bewältigen aller Aufgaben entsteht, sondern durch Unterscheidungsfähigkeit und Üben.
🔎 Was ist jetzt wirklich wesentlich?
🔎 Worauf lohnt es sich, die eigene Energie zu bündeln?
🔎 Welche Schritte sind im Moment die wichtigsten – und welche dürfen warten?
Ein Schritt nach dem anderen. Ein Detail nach dem nächsten. So lange, bis sich das Neue im Körper verankert hat. Vergleichbar ist dies mit dem Erlernen einer neuen Fähigkeit.
Spontan fällt mir eine eigene Erfahrung ein:
In der Schule lernte ich das 10-Finger-System auf der Schreibmaschine, indem wir gefühlte Tage zuerst nur auf zwei Buchstaben auf der Tastatur einklopften. Nacheinander und mit der Zeit prägte sich alle im Körper ein.
Heute kann ich dir aus dem Verstand nicht einmal die Reihenfolge der Buchstaben auf der Tastatur aufzählen.
Die Finger finden diese automatisch.
Mit der Zeit übernimmt der Körper das Wissen.
Was geübt wurde, muss nicht gedacht werden. Verkörperung entsteht.

Kosmische Einladung
Das Gesamtbild dieser Zeit lädt zu einem bewussten, entschlossenen und zugleich geduldigen Neubeginn ein.
Es geht darum, das eigene Potenzial wieder zu entdecken. Lebendigkeit in die Welt zu bringen, die innere Freude wieder als Kompass zu nutzen und den Mut aufzubringen, den eigenen Weg zu gehen – auch wenn er nicht den Erwartungen anderer entspricht oder ihnen missfällt.

Du wärst jetzt nicht auf der Erde, wenn du es nicht schaffen könntest.
Der neue Zyklus entsteht nicht außerhalb von dir.
Er entsteht durch dich.
„Gott wohnt in dir als du."
˜ Elizabeth Gilbert (Buch/Film "Eat, Pray, Love")

Anmerkungen
*) Kanal:
Ein Kanal im Human Design kommt dann zustande, wenn sich ein Tor eines Zentrums mit dem Tor eines anderen Zentrums verbindet.
Mehr über das Wesen der Transite: ☞ Blog-Beitrag "Im Transit des Lebens"
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